Friedhöfe – Das neue Thema bei Punkt, Punkt, Punkt

with 31 Kommentare
friedhöfe
Friedhof in Cirencester, England

Ich hasse Friedhöfe. Und das ist auch schon immer so gewesen, nicht erst, seitdem ich die ersten Todesfälle in der Familie erlebt habe. Aber diese Umstände haben meine Abneigung nicht gerade verbessert.

Was ich an diesen Orten regelrecht verabscheue, ist nicht unbedingt der Moment der persönlichen Trauer, sondern die Gestaltung. Die deutsche Gründlichkeit, mit der penetrant alle Gräber in Reih und Glied ordentlich genormt nebeneinander zu liegen haben, ist vielleicht in einem bevölkerungsreichen Land nachvollziehbar, aber nicht besonders inspirierend (wenn ich dies einmal so salopp sagen darf.)

Eine lobenswerte Ausnahme wären hier die Gottesäcker in einigen altbayerischen Gemeinden, manchmal findet man hier sogar noch ein Knochenhaus „Boandlhaus“, in dem die Überreste von offengelassenen Gräbern verwart werden. Das gibt einem wenigstens eine Idee von „Momento Mori“ – eine Erkenntnis, die ich auf einem normalen Friedhof leider vermisse.

Sehr schön sind auch die Friedhöfe in England, wie dieser in Circencester. Hier könnte ein Krimi von Edgar Wallace, Agatha Christie oder Inspektor Barnaby gedreht werden. logo

Und ja, dieses Foto wäre ein schöner Beitrag zu meiner Fotosammlung „Memorabilien“. Aber da ich diese Sammlung noch nicht überarbeitet habe und weil dadurch die Diashow nicht funktioniert, lasse ich das mal besser!

Mehr zu dem Thema findet ihr wieder in dem entsprechenden Beitrag von Sandra, die Erfinderin und Betreiberin der Fotoaktion Punkt, Punkt, Punkt!

Foto: Stimmungsvoller Friedhof in Circencester, England ©traumalbum.de
Text: Friedhöfe – Das neue Thema bei Punkt, Punkt, Punkt ©traumalbum.de
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31 Antworten

  1. Karin
    | Antworten

    Ja, die meisten Friedhöfe und Gräber müssen akkurat und gepflegt aussehen. Mich stört es nicht, wenn ein Weg mal nicht so gerade ist oder wenn Blätter den Friedhof in ein farbenfrohes Meer verwandeln.
    lg

    • Sabienes
      | Antworten

      @Karin: Blätter auf den Gräbern! Das ist ganz, ganz böse!!!!
      LG Sabienes

  2. Sandra
    | Antworten

    Hallo Sabine,

    ich hasse Friedhöfe überhaupt nicht, obwohl es leider schon viele Grabstätten gibt, die ich besuche, wenn ich dort bin, Schön ist einfach die Ruhe und Frieden, die ein solcher Ort einfach inne hat. Schöne Friedhöfe, und da gebe ich dir absolut recht, sind hierzulande aber eher die Ausnahme. Auf „unserem“ kleinen Friedhof, oder eigentlich Kirchhof (da höre ich meine Oma mich verbessern, sie hat mir sehr oft den unterschied erklärt) gibt es noch einige wenige alte Grabanlagen, die wirklich schön sind. Ansonsten überwiegt auch hier das in Reih und Glied liegen.

    Liebe Grüße
    Sandra

    • Sabienes
      | Antworten

      @Ich kenne einige Leute, die so denken und die Ruhe genießen. Ich komme mir manchmal vor, wie ein Störenfried. Und der Friedhof, auf dem mein Vater liegt, den mag ich von Haus aus nicht.
      Was ist der Unterschied zwischen Kirchhof und Friedhof?
      LG Sabienes

  3. tonari
    | Antworten

    Friedhof ist nicht gleich Friedhof. Ich habe fürchterliche gesehen, aber auch zauberhafte parkähnliche Anlagen, die zum Spazierengehen einladen. Und auch in Reih und Glied kann ein Friedhof gut aussehen, wie ich auf dem Soldatenfriedhof Arlington bemerkt habe.
    Dein Friedhofsbild wirkt mystisch. Es gefällt mir.

    • Sabienes
      | Antworten

      @tonari: Soldatenfriedhof ist auch so ein Stichwort – so oder so ähnlich sehen die modernen Friedhöfe oft aus. Den in Arlington kenne ich natürlich nicht.
      LG Sabienes

  4. moni
    | Antworten

    Liebe Sabiene,
    oh ja, bei diesem englischen Friedhof MUSS man an die Gruselkrimis denken. Hier herrscht eindeutig eine ganz besondere Atmosphäre, was sicher zum Teil auf das neblig-trübe englische Wetter zurückzuführen ist, gell.
    Hab einen feinen Sonntag,
    herzlichst moni

    • Sabienes
      | Antworten

      @moni: Für englische Verhältnisse war das Wetter eigentlich gar nicht so schlecht! 😉
      LG Sabienes

  5. Ralf
    | Antworten

    Dieses Jahr war ich in Island im Urlaub. Unser letzter Stop vor der Abreise war in Reykjavik. Dort sind wir durch einen Friedhof gelaufen, der mir traurig schön verwunschen vorkam. Überall kleine und größere unperfekte Bäume und vor dem Baum ein kleiner einfacher Grabstein. Ich muß zugeben, während meines Urlaubs auf Island habe ich ein Buch über Schamanismus gelesen und war deshalb (und wegen der fabelhaften Natur Islands) empfänglich für alles natürliche, vergängliche. Für mich hat der Friedhof, der nur aus Bäumen und grünem Rasen und einem Durcheinander bestanden hat, viel Kraft ausgestrahlt. Und diese Art von Friedhof macht keine Arbeit für die Angehörigen.
    Mein Vater hat mir zufällig gestern erzählt, daß vor 50 Jahren in meinem Heimatdorf (in Deutschland), Selbstmörder bei Nacht und Nebel (also gegen 18 Uhr oder noch später) ohne richtige Trauerfeier an unschönen Plätzen am Friedhof verscharrt worden sind (Kirchenhauswand). Da hat sich dann doch schon einiges getan.

    • Teamworkart
      | Antworten

      Dass man Mörder und Selbstmörder nicht „richtig“ beerdigt hat, hab ich auch schon öfter gehört. Ein österreichischer Freund hat mir erzählt, dass es dort angeblich heute noch so ist, dass diese Menschen außerhalb der Friedhofsmauern beigesetzt werden. Unglaublich. Ich habe als Kind immer gehört, dass man nicht beerdigt wird wenn man keiner Kirche angehört. Das saß wohl unbewusst so tief, dass ich später lange gezögert habe aus der Kirche auszutreten.

      LG Sabine

      • Sabienes
        | Antworten

        @Sabine: Naja, letztendlich wäre das dann ja nicht mehr dein Problem, oder?
        LG Sabienes

    • Sabienes
      | Antworten

      @Ralf: Auf Island sein und Bücher über Schematismus lesen – das wäre eigentlich mein Job 😉
      Ich dachte eigentlich, dass Selbstmörder früher überhaupt nicht in geweihten Boden begraben wurden. Ich kenne einen Fall, da hat die Familie wirklich Sorgen deswegen gehabt, nachdem sich der Vater erhängt hat. Das ist noch in den 80ern gewesen – das muss man sich mal vorstellen!
      LG Sabienes

  6. Teamworkart
    | Antworten

    Oh, da bin ich nicht alleine mit meiner Friedhofphobie! 🙂 Ich würde es jetzt zwar nicht ganz so krass benennen, hassen tue ich diese Orte nicht, aber ich hab da einfach keinen Zugang.
    Auf unserem kleinen Friedhof auf dem Land wurde unlängst die Mutter einer Freundin beerdigt. Sie stammte ursprünglich aus Bayern und hatte sich, statt eines Grabsteines, so ein dort typisches geschmiedetes, schnörkeliges Metallkreuz mit Emailleschild gewünscht. Das musste dann 3 x geändert werden bis es der deutschen Norm entsprach. Vorschriften wie in Schrebergärten…
    In Italien z.B. sind auf vielen Grabsteinen Fotos, und die Urnenwände sind sehr bunt und individuell, wenn auch für unser Auge ziemlich kitschig. Aber das hat was von Lebensfreude.

    LG Sabine

    • Sabienes
      | Antworten

      @Teamworkart: Ich habe auch keine Phobie, aber ich will da nicht unbedingt hin.
      Auf dem Grab meines Vaters steht auch ein schmiedeeisernes Kreuz. In Rosenheim (Oberbayern) ist das sehr typisch und es gibt von der Friedhofsverwaltung extra Bestimmungen, wie die Dinger auszusehen haben. Auch sollten nicht mehrere Kreuze nebeneinander stehen. Echt affig.
      LG Sabienes

  7. Anonymous
    | Antworten

    Beim Beinhaus fällt mir ein, dass man ja auch gut in der heutigen Aufgabe ein Foto von den Katakomben in Paris hätte zeigen können.
    LG Iris

    • Sabienes
      | Antworten

      @Iris: Wenn jemand davon ein Foto hat, wäre das bestimmt ein toller Beitrag.
      LG Sabienes

  8. ClauDia
    | Antworten

    erstmal schnell fürs nächste Schnitzel klicken 🙂
    Hallo Sabienes,
    wenn ich nicht muss (was ich hoffentlich ganz lange noch nicht müssen möchte), dann muss ich da auch nicht hin. Andererseits finde ich Friedhöfe auch interessant und ich mag die Ruhe dort. Wenn sichs ergibt, dann ja, und einen der Berliner jüdischen Friedhöfe möchte ich gern besuchen. Auch wenn mich mehr interessiert, ob er auch bewacht und „verkamerat“ ist.
    Liebste Grüße
    Claudia

    • Sabienes
      | Antworten

      @ClauDia: Sogar der alte jüdische Friedhof in Miltenberg, Unterfranken, Kaff wird überwacht, weil er immer wieder mal geschändet worden ist.
      Aber siehste, den hätte ich auch noch zeigen können!
      LG Sabienes

  9. Julia
    | Antworten

    Ich hasse Friedhöfe nicht wegen dem geraden und Perfekten ausshen sondern weil es einfach zu viele Verluste gab. Ich mache immer wenn es geht einen Bogen drum rum.

    Wünsche dir einen schönen Sonntag.
    Julia

    • Sabienes
      | Antworten

      @Julia: Wenn du bereits viele Todesfälle erlebt hast, ist das nur verständlich! *knuddel*
      LG Sabienes

  10. Sandra Dietzel
    | Antworten

    Ich mag Friedhöfe auch nicht. Ich verbinde damit tiefe Trauer und viel Leid.
    Hab einen schönen Abend.
    Lg Sandra

    • Sabienes
      | Antworten

      @Sandra Dietzel: Genau. So isses. Und sehr viel Eitelkeit, wenn gerade Allerheiligen ist.
      LG Sabienes

  11. minibar
    | Antworten

    Friedhöfe mag ich.
    Da ist meist Ruhe, großzügige Wege, viel Natur.
    Die alten in England sind höchst interessant. Die liebe ich sogar.
    deine Bärbel

    • Sabienes
      | Antworten

      @minibar: So viel Natur ist da gar nicht, liebe Bärbel. Die Bepflanzung ist künstlich, wie in einem Park, nur schlechter. Die Erde ist künstlich geschwärzt, dafür mit wenig Nährstoffen versetzt.
      Ach ja. Ich mag es nicht.
      LG Sabienes

  12. Anonymous
    | Antworten

    Ich hasse Freidhöfe auch nicht, im Gegenteil..
    Hier haben sie nichts von reih und glied…
    Ich gehe gerne auf Friedhöfe, zum fotografieren, ausruhen, nachdenken….
    Ich mag diese Ruhe, die über allen Friedhöfen liegt.
    Stimme dir zu England und Irland haben schöne Friedhöfe..
    Herzliche Grüsse
    Elke

    • Sabienes
      | Antworten

      @Elke: Beide Kommis sind angekommen, liebe Elke. Keine Bange 😉
      Vielleicht sollte ich mich da mal auf die Stimmung einlassen. Keine Ahnung, ob ich das wirklich will.
      Bin halt manchmal ein Sensibelsten 😉
      LG Sabienes

  13. Elke
    | Antworten

    Ich gehe gerne auf Friedhöfe, zum fotografieren, ausruhen, nachdenken….
    Ich mag diese Ruhe, die über allen Friedhöfen liegt.
    Und ja England und Irland haben schöne alte Friedhöfe..

    Herzliche Grüsse
    Elke

  14. Barbara
    | Antworten

    Guten Morgen, Sabienes,

    ich denke, es ist eine Frage der Biografie (Alter, Geschlecht, Herkunft, Prägung…), in welcher Beziehung man zu Friedhöfen steht. Manchmal hat die Vorliebe oder Abneigung vielleicht sogar nichts mit den „Gottesäckern“ selbst zu tun, vielleicht steht da etwas ganz anderes dahinter. Du hast es in deimem Beitrag mit der „penetranten deutschen Gründlichkeit“ angesprochen. Dies, nur so ein Gedanke, den ich noch nicht weitergesponnen habe. 🙂

    Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche
    Barbara

    • Sabienes
      | Antworten

      @Barbara: Liebe Barbara, du hast einen scharfen Verstand! 😉
      Aber bitte sei nicht böse, wenn ich mich nicht weiter dazu äußern möchte …
      LG Sabienes

  15. Angloswiss
    | Antworten

    Ich bin ein Friedhoftourist, und Engländerin, aber ich kenne diese Friedhof nicht in Cirencester. In London kenne ich viel Diese Friehof ist so typische, viele Steine und fast kein Platz inzwischen, aber sehr interessant.

    • Sabienes
      | Antworten

      @Angloswiss: Ja, genau. Irgendwie sind diese Friedhöfe auf eine sehr charmante Art unaufgeräumt.
      LG
      Sabienes

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