Architektur der Glaspaläste im modernen Warschau

Dieser Artikel wurde zuletzt geändert am/vor 4 Jahren

warschau von oben

Blick über Warschau

Architektur ist ein dankbares Motiv beim Fotografieren. Denn in der Regel bewegen sich die Objekte nicht und im Falle von modernen Bürohäusern ergeben sich in den Glasfassaden wunderbare Spiegelungen.
Ich habe auf meiner Festplatte bestimmt ein paar tausend Fotos zu dem Thema, aber da ich auch immer gerne was zu meinen Bildern erzähle, zeige ich euch heute Architektur in Warschau.
Denn die Hauptstadt von Polen hat mich bei meinem Besuch im Jahr 2009 nachhaltig fasziniert.

Architektur der Glaspaläste im modernen Warschau

Bei dem oberen Bild hat man eine Aussicht über einen Teil von Warschau.
Und dann stellt euch statt der ganzen Gebäude eine menschenleere Fläche von verkohlten Ruinen vor – so sah die Stadt nach dem Abzug der Deutschen Wehrmacht im Oktober 1944 vor. Damals huldigte man aus militärtaktischen Gründen dem Prinzip der verbrannten Erde. Als dann die Rote Armee Anfang 1945 diese Stadt betrat, existierte diese Stadt einfach nicht mehr. Und was noch irgendwie stand, wurde dann von denen auch noch in kaputt gemacht.

Nach dem Krieg wurde die Altstadt mit dem alten Königspalast an Hand von alten Plänen und Zeichnungen wieder rekonstriert und sieht nun fast so aus, als wäre nix passiert:

altstadt von warschau

Altstadt von Warschau mit der Sigismundsäule

Ansonsten war die Nachkriegszeit und die Episode als sozialistischer Bruderstaat nicht unbedingt ein städtebaulicher Zugewinn. In der Architektur dominierten wie im Westen Zweckbauten und der Charme des Sozialistischen Klassizismus. Ein gutes Beispiel ist der 1955 erbaute Kulturpalast. Er war ein Geschenk der Sowjetunion und galt damals als das zweithöchste Gebäude in Europa:

Kulturpalast

Der Kulturpalast – Architektur des Sozialistischen Klassizismus

Architktur im modernen Warschau

Nach der Wende besann man sich in Polen auf die Vorzüge des Kapitalismus. In der Folge lässt man es in Warschau nicht nur auf architektonischem Gebiet ganz ordentlich krachen. Dort entstanden enorme Glaspaläste für Banken, Büros und noch mal Banken.
Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich in der Hauptstadt von einem der ärmeren Ländern Europas eine Silhouette, ähnlich wie in Frankfurt oder Manhatten vorfinden würde.

moderne Architektur in warschau

Moderne Architektur in Warschau

Außerdem brauchte man natürlich viel Platz für die vielen neuen Geschäfte aus dem Westen. Besonders gut hat mir das Glaskuppeldach der Einkaufspassage Zlote Tarasy gefallen:

Einkaufspassage Zlote Tarasy Glasdach mit moderner Architektur

Zlote Tarasy

Übrigens stammt das Wort Architektur, bzw. Architekt aus dem griechischen und bedeutet: ältester (oder oberster) Baumeister oder Handwerker. Hiermit wurde also derjenige aus dem Bautrupp bezeichnet, der alt genug war um zu wissen, wie man eine Wasserwaage richtig herum hält. Und wo deren Gewichte aufbewahrt werden.
Heutzutage wird in dieser Branche etwas mehr Fachwissen erwartet.

Heute hatte ich mal wieder sehr viel zu erzählen, ich hoffe, dass ich euch nicht allzu sehr gelangweilt habe.

***





Text: Architektur der Glaspaläste im modernen Warschau ©traumalbum.de
Alle Fotos: Architektur der Glaspaläste im modernen Warschau ©traumalbum.de

Zusammenfassung
Architektur der Glaspaläste im modernen Warschau
Titel
Architektur der Glaspaläste im modernen Warschau
Beschreibung
Zum Thema Architektur entführe ich euch heute zu den Glaspalästen in Warschau, wo in den letzten Jahren viele neue Hochhäuser entstanden sind
Autor
Veröffentlicht in Allgemein und verschlagwortet mit , .

12 Kommentare

  1. Danke für die schönen Bilder aus einer Stadt, die ich nicht kenne und die doch gar nicht so weit weg von Berlin ist. Mich beeindruckt v.a. der Wiederaufbau der Altstadt. Das ist schon eine enorme Leistung, hier nicht den Versuchungen des kompletten Neubeginns zu erliegen, der alles Historische ignoriert.
    LG Iris

    • @Iris: Stimmt. Mich hat das auch sehr erstaunt. Denn zu der Zeit, als die Altstadt wiederaufgebaut wurde, war die feudale Geschichte, z.B. die des Königsschloss, ja nicht unbedingt das, woran man die Menschen hat erinnern wollen.
      Gut, dass es trotzdem geschah!
      LG Sabienes

  2. Was für ein spannender und interessanter Bericht über den Wandel der Architektur in Warschau, liebe Sabiene.

    Deine wunderbaren Fotos machen diesen Zeitenwandel sehr deutlich und ich gestehe, die moderne Glasbau-Architektur hätte ich auch eher in Frankfurt als denn in Warschau gesucht.

    Liebe Grüße
    moni

  3. Sehr interessant liebe Sabiene..
    Und gut beschrieben den Zeitenwandel..
    Als wir (mein Mann und ich) mal in Warschau waren..stand dieser Kulturpalast schon damals..

    Solch ein Hochhaus steht auch in Riga..es wurde manchmal inoffiziell -„Stalin’s Birthday Cake“-bezeichnet..
    Wurde dann der Lettischen Akademie der Wissenschaften übergeben und 1960 eingeweiht.

    Liebe Grüsse
    Elke

    • @Elke: Ich habe mir gerade den Birthday Cake in Riga angesehen 😉 Wahrscheinlich gab es in dieser Zeit bloß einen einzigen Bauplan für solche Gebäude
      LG Sabienes

  4. Hallo Sabine,

    Warschau möchte ich mir schon länger ansehen. Nach deinen Bildern noch ein bisschen mehr. Das Foto aus der Altstadt ist so zauberhaft,ein wenig märchenhaft wirkt es und wunderschön. Dein erstes Foto über die Stadt lässt nicht unbedingt vermuten, das sich dort ein solches Kleinod versteckt. Den Skyscraper hätte ich dort in dieser Form auch nicht vermutet.

    Liebe Grüße
    Sandra

    • @Sandra: Und das ist nicht der einzige Skyscraper! Die bauen in Warschau wie verrückt die tollsten Hochhäuser.
      LG Sabienes

  5. Hallo Sabienes,
    Was für eine spannende Architektur, man kann sich gar nicht daran
    satt sehen.
    Das letzte Bild ist mein absoluter Favorit.
    Ich wünsche dir noch einen schönen Abend und einen
    stressarmen Wochenstart.
    Lg Sadie

  6. Guten Morgen, Sabienes,

    wie solltest du uns auch langweilen!!!! Deine Beiträge sind immer sehr spannend und wunderschön bebildert. Als wir Ende 1999 zur Taufe der Enkelin meines Mannes in Warschau waren, hat mich die Altstadt besonders schön gedünkt. Auch die Oper war für mich ein besonderes Erlebnis. Der Eintritt kostete umgerechnet einige Euros (sehr guter Platz) und die Besucher kamen multi-dressed; von Jeans bis zum langen Abendkleid war alles zu sehen. Das hat mir gut gefallen. Die Oper übrigens auch. 🙂

    Heute, so Enkelin Anna, ist alles anders.

    Mit lieben Grüssen aus der Schweiz
    Barbara

    • @Barbara: Der Morgenwind, den die Länder im ehemaligen Ostblock verspürt haben, ist vorbei. Und inzwischen klafft der Unterschied zwischen arm und reich ist wohl größer geworden.
      Ich kann mir dadurch sehr gut vorstellen, dass die Preise, bzw. die Atmosphäre inzwischen sehr geändert hat.
      LG Sabienes

Kommentare sind geschlossen.