Holocaust Mahnmal – Ein beeindruckendes Denkmal in Berlin

Dieser Artikel wurde zuletzt geändert am/vor 8 Monaten

Holocaust Mahnmal

Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin, kurz Holocaust Mahnmal genannt, besteht aus 2.711 leicht geneigten Betonstelen in verschiedenen Größen. Wenn man durch die Gänge dieses 13.100 m² großen Areals wandert, erlebt man ein Gefühl der Bedrängnis, der Auswegslosigkeit und der Trauer.
Ich habe es mir angeschaut und war beeindruckt.

Holocaust Mahnmal – Ein beeindruckendes Denkmal in Berlin

Dieses Denkmal wurde bei seiner Entstehung aus verschieden Gründen kritisiert, einer der Gründe war die Optik.
Eins möchte ich euch städtebaulichen Designfuzzis und selbsternannten Mäzenen des öffentlichen Lebens sagen: Der Holocaust war mitnichten eine optisch schöne Angelegenheit! Und insofern ist diese Anlage noch viel zu diszipliniert, hygienisch sauber und klinisch rein gestaltet.

Unter dem Holocaust Mahnmal befindet sich noch ein Informationszentrum, dass man unbedingt besuchen sollte. Weitere Informationen findet ihr unter diesem Link.

Ich frage mich immer, was der Besuch eines solchen Ortes mit mir macht. Oder was er mit mir machen sollte und was nicht.
Natürlich profitiere ich persönlich von der Gnade der späten Geburt, denn selbst meine Eltern waren bei Kriegsende noch Kinder. Dennoch trifft mich hier eine kollektive Schuld, hervorgerufen durch meine Vorfahren wie ein Brett. Obwohl es in der langen Reihe meiner Ahnen Täter, sowie Opfer gegeben hat.

Wie tolerant sind wir eigentlich nun?

Und wenn ich mir unser Leben in der Jetztzeit so anschaue frage ich mich, ob wir nun nach so vielen Jahren seit Kriegsende ein wirklich neutrales Verhältnis zu Juden haben. Oder fallen sie bloß nicht mehr auf, weil es so wenige sind?
Würde mir ein Gesprächspartner erzählen, dass er Jude sei, wäre es für mich das Gleiche, als würde er sich zum protestantischen Glauben bekennen?
Und wie verhalten wir uns gegenüber Muslimen?
Oder Menschen aus anderen Ländern, sofern sie nicht aus den reicheren oder urlaubskonformen EU-Staaten kommen?

Was meint ihr dazu?

Und ihr ahnt es vielleicht schon: dieses Foto ist ein neuer Beitrag für meine Sammlung Memorabilien.

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Text: Holocaust Mahnmal – Ein beeindruckendes Denkmal in Berlin ©traumalbum.de
Alle Fotos: Holocaust Mahnmal – Ein beeindruckendes Denkmal in Berlin ©traumalbum.de

Zusammenfassung
Holocaust Mahnmal - Ein beeindruckendes Denkmal in Berlin
Titel
Holocaust Mahnmal - Ein beeindruckendes Denkmal in Berlin
Beschreibung
Das beeindruckende Holocaust Mahnmal in Berlin, eigentlich Denkmal der ermordeten Juden Europas besteht aus 2711 Betonstelen
Autor
Veröffentlicht in Memorabilien und verschlagwortet mit , , .

6 Kommentare

  1. Liebe Sabine, ich wehre mich ganz massiv gegen diese generationenübergreifende Kollektivschuld, die immer noch zu jeder Gelegenheit gefahren wird. Als Kind erlebte ich einen Sonntagnachmittag in Dachau: Die Eltern besuchten mit uns Kindern das KZ. Es war schrecklich! Unbegreiflich!
    Aber auch meine Eltern und die Großeltern durchlitten den Krieg als Zivilisten (!) … Niemand interessiert sich dafür. Hunger und Entbehrungen …
    Sensibel mit den Mitmenschen umzugehen, gleich welcher Coleur ist mir persönlich wichtig und ich respektiere erst einmal Jeden. Und das erwarte ich im Alltag, im Zusammenleben auch für mich selbst!

    Kannst Du damit etwas anfangen?

    Grüßle von Heidrun

  2. @Heidrun: Ja, mir gefällt das mit der kollektiven Schuld auch nicht so besonders, dennoch fühle ich mich davon mehr oder weniger getroffen. Zumindest mehr, als meine Kinder, denn ich bin zeitlich näher dran.
    Aber ich fühle auch Wut auf diese Grausamkeit, zu der Menschen fähig sind. Nicht nur gegen Juden. Gegen Mitmenschen.
    Danke für deinen Kommentar, ich kann sehr viel damit anfangen.
    LG
    Sabienes

  3. Liebe Sabienes
    Ich war im Vorjahr in Berlin und habe diese Mahnstätte selbstverständlich auch besucht. 80 km von mir entfernt ist ein KZ, ich kenne es inn-u. auswändig. Viele Schulausflüge haben uns dorthin geführt. Es ist und war immer so ein Gefühl der Ohnmacht, des Nichtverstehens, weil man nicht dabei war. Mir kommt es vor, wie eine schlechte Geschichte (das ist sie natürlich auch), aber ich fühle mich nicht verantwortlich für das Geschehen von damals. Man sollte diese schreckliche Zeit nie vergessen und deshalb finde ich diese Stätten sehr wichtig, um immer wieder aufzuzeigen: “so soll es nie mehr sein”.
    Ich respektiere meine Mitmenschen, egal welcher Abstammung, welcher Religion, usw. es ist mir ein Anliegen ein “guter, toleranter Mensch” zu sein.
    LG und schönes WE.
    Sadie

  4. Liebe Sabienes,
    durch Vivi habe ich vieles über die Art des Juden-Seins erfahren und gelernt.
    Wir haben uns lange Zeit ausgetauscht, sie brachte mir Sachen über das Judentum bei, ich beschrieb ihr die Gepflogenheiten des katholischen Christentums.
    Das war und ist immer noch sehr gut.

    • @minibar: So soll es eigentlich immer sein, dass sich Menschen unvoreingenommen gegenseitig austauschen können.
      LG
      Sabienes

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